Page 351 - 1992 - XVIII Congresso Internazionale di Storia Militare
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Dic USA zlihlten damals ecwa lOO Millionen Einwohncr, waren der reid1ste
Kominen.c und die sriiLksre lndusrriemadlt der Welt. Das deursche Militar sah aber
nur die stehende U.S.-Armee, die es in der geringe.n Zahl ihrer Vecbande mit den
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Srreitkrafcen Diinemarks. Hollands un d der Schweìz gleicbsenrc <I l. Di e Eri n ne·
rung an den amerikaniscben Sezessionskrieg von 1861·1865, in dem die Nord-
sraacen micrels ihres Eisenbahnnenes ein MiUionenheer mobilisierren, per
Te1egraphen fiihrren und weicriiumig operieren lieJ~en und es, gestiinr auf 1hr da-
mals sdlon groBes lndusrrieporential, auch logisrisdl versorgten, war offenbar ver-
blichen, weongleich der altere Moltke noch davo n beeindruckr gewesen war Cl2l.
Die Kurzsichcigkeir der mi(jciirischcn 'Pi.ihrung wi.rd vielleichc arn besren durch d.ie
Femcellung des Leiters des gehei.men militiirischen Nachrichrendiensres im Srabe
des Chefs des Generalsrabes des Feldheeres, Obem.leurnanc W alter Nicolai, demon-
srrìert, wonach "an der Einschiinung der amecikanischen Streirkriifte bis zum Ein-
tritt Amerikas in den Krieg ... der Nachrichrendienst kaum beceiligt (wa.r), da er
erse einsenre, als der Tmospon (der U.S.-Truppen) nacb Europa begann" (tJl. Man
fragc sic.h, wie dies moglich war, da noc(l geheimdiensdiche Operacionen nidlr zu-
lent aucb des Marinenadlrichrendiensres in den U.S.A. schon vorher durc.hgefiiluc
wurden.
So sehr diese Umerlassung kaum versciind.lich isc, so sebr liiBr sie sich aus der
damallgen milidirischen Lagebeurreilung erk.liiren. Ende 1916 und Anfang 1917
glaubre die Obersre Heeresleirung immer noch an die deursc.he Ùberlegenheir auf
dem Kotinenr, wenn der Krieg allein zu l.ande auch nichr zu gewinnen sei, und
die Ma.rine ging von der ungerec.htfertigten und unrealistischen Annahme aus, sie
kèione innerhalb von sechs Monatcon nach Aufnahme des uobesdlrankre.n U-Boor·
Krieges den Schiffsverkehr von Amerika nac.h Europa vollig unrerbinden < 1. Als
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man sich dt's Ausmat3es des amerikaniscben Kriegsporentials bewuBr wucde, ver·
harrre man dennoch bei einer faraliscischen Halru.ng, die die Tatsacheo ignociene.
Der Re.ichskaozler voo Bethmann-HoUweg reilte Graf Bernscorff, dem deucschen
Borsdlafter io Washington, mie, er sei s.ich selu wohl bewuJk d~ mie dem Be-
schluB zur Eroffnung des uneingeschrankren U-Booc-Krieges die Gefahr eines Bruchs
und moglicherweise die eines Krieges mie den U.S.A. riskierc werde. Man sei aber
encschlossen, dieses Risiko auf sidl zu nehmeo, haue doch Feldmarschall von Hin-
denburg a m 8. Januar 1917 fescgescellr, dat3 ma n mie einem Krieg gegen di e U.S.A.
rec.l1ne und alle Vorbereitungen dafiir gecroffen habe. Man ging bierbei davon aus,
da~ Amerika eine politisch korrupce Nation von Einwanderern und von kulrurel·
ler Inferioririir sei. Selbst weon die U.S.A. in der Lage waren, in Kiirze eine moder·
n.e Armee aus dem Boden zu srampfen - was man bezwei.felce -, wiirde der
Transporc von Truppen und Materia! durch die deurschen U-Boore verhiodert wer·
den, durch d.i.eselbe U-Booce, die schon bisher nichr in der Lage waren, den Versor·
gungssrrom der noch neuaalen U.S.A. nach England., Frankreicb und RufSland zu
umecbrechen < 1 5>.

