Page 352 - 1992 - XVIII Congresso Internazionale di Storia Militare
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               Es ist bekannt, da.B der une,ingeschciinkre U-Boot-Kr:icg sei n Zie! nichr erreichrc.
           Anfang Mai 1918 wareo bereir& 400 000 amerikanische Soldacen mir sieben Divi-
           sionen in  Fra.nkreich. MineJuli zii.hlce man schon mindesrens zwolfU.S.-Divisionen.
           Abcr die Oberste Heeresleirung machce  sich bis in  den September h.inein  ein fal-
           sches Bild von der Enrwicklung der amerikanischeo Kriegswircschaft und der Hil·
           feleisru.ng an die Enrence. Die enorme Sreigerung cles Umfangs der amerikanischen
           Truppentransporre ab Mai 1918 wurde nicht erkannc oder nichc geglaubc. Man
           hielc dle von den Amerikanern veroffendichcen Truppensrii.rken  fù.r  falsch. Nichr
           fiir moglich gehalren wurde, dal) der fiir solcbe Transpo,rte ni:itige Schiffsraum iibcr-
           haupt zur Verfiigung scand, obwohl dic Abceilung Frcmdc Heere AnfangJuli 1918
           auf eine weicere Verstarkung der amerikanischen Kciifce  hinwies.  Ende jenes Mo-
           nats  bezweifelre  die  OHL,  dal)  die  amedkanischen  Truppeo  einen besondereo
           Kampfwerc hanen und hlelt das deursche Heer weice.rhin fiir scark uber legen. Noch
           Anfang September, als caglich 6000 bis 8000 Amerikaoer in .Frankreich landeren,
           sptach der Gencralstab des Feldheeres von einem nur zi:igernden Einrreffen der Aroe·
           rikaner in  Frankreich. ln Verkennung des  amerikanischen Wirtschaftspotenrials
           craute  man der deucschen  Kriegswirrschafc  eine vie!  zu hohe Du.rchhalrekrafc zu
           und sprach dem "Geist" und der Moral der bekanmermal1en schon weit iiberfor-
           derten Truppe e i ne weit gewichrigere Bedcutung z.u als dcm "Materia!", der Tech-
           nik und der Wirrschafr. Als es zwischen Durchhaltewillen und der Er.kennrnis der
           feiodlichen Sriir.ke abzuwiigen gale, hoffce  man auf die Schwache des .Feindes, an·
           statt mit seiner Scìirke zu  rechnen  und sich auf die Defensive einzustellen 06J.
               Die Oberste Heeresleicung vercrar in dieser Situarion dns Rezept, die "feindli·
           che n Kriifre zu zerschlagen, wie und wo es auch sei". Genera! Ludendorff meinre
           sogar, "die Erhalrung der K.ampfkraft und des Angriffsgedankens" U7l fordero zu
           miissen,  womic er in  der Meinuog vieler hober Militars dea Bogcn  uberspanme.
           Er blieb aber bei seinem Offensivkonzepr dessen Sinn auch manchen seiner Umcr·
           gebenen nìchr klar war,  weil  auBer dem Willen, beim Feind "ein Loch hincinzu-
           hauen", keine operative Absicht mehr zu erkeonen wa.r. Einer klaren Srellungnahme
           zu diesem  Problem enrzog er si'ch nach dem Kriege mie der Erkliirung, Kriegfùh-
           rung sci eine auf.lncuirion und Gefuhl beruhende Kunst und keine Wissenschaft,
           folglich  konne man auch nicht immer eine rationale Erkliirung fur das, was man
           rue, abgeben.  Es  isr offensichtlich, daB er sich in  einer ausweglosen Lage immcr
           mehr auf den Willen. auf den Glauben an dco Sieg, auf di e Mobilisicrung der see·
           lischen und moralischen Krafte der Soldaren zuruckzog und damir die eigenen Ktiifte
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           immer mehr uberschiirzre< l,  clie Ùbermachr des Gegners hingegen verdrii.ngte. Sei-
           ne KriegfUhrung  nimmc  romanrische Zlige an. Sie scbeior ohne  oi:ichrerne  Ziel·
           Mittel-Relarion auskommen w  woUen und nimmt, sratt den Erwiigungen den schlech·
           testmoglichen Fall zugrunde zu legen, zu einem besr-case-Kalku.I Zuflucht. Es wur·
           de von der policischen  Zielserzung cles  Durchhalrens und  Halrens der erobercco
           Gebiere her gefùhrr und nicht nus der Logistik heraus. d.h. im  Hinblick auf das,
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