Page 350 - 1992 - XVIII Congresso Internazionale di Storia Militare
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           der  kaiserlich-deutsche  Marine-Acraché  in  \XIashingcon,  Huben  von  Rebeur-
           Paschwirz, diese Gegend in denjahren 1900 und 1901. An das Reichsmarineamr
           berichrere er,  riicksichcslose An.gri.ffe gegen  rue nordostlic.hen Haodels-und lndu-
           srriezenuen Amerikas konnten durchaus erfolgbringend sei n C6>.  Obwohl die Ma-
           rine an einem Landungserfolg schlid!.lich zweifelre, befurworcere sie doch Angciffe
           auf di e hauprsiichl.icbsren Sciidte dorr. Dl'r GroBe Generalsrab arbeirere jedoch de n
           Pian fùr ein amphibisches Landungsumernehmen von tfeer und Marine aus, und
           Obersdeutnanr Franz Frei.herr von Edelsheim schcieb 1901 incinem Buch, Deutsch·
           land sei die einzige GroBmachr, die ohne Hilfe durch Verbi.indere in der Lage sei,
           dìe U.S.A. anzugreifen m_  lch erwiihne diese kurioseo Episoden oichc als groBe hi-
           srorische Ereignisse, sondern weil sie charakrerisriscb fUr eine leichcferrige Halrung
           sind, der wir bis 1942/43  immer wieder begegnen: Ex:zessives Ùberlegenhcicsbe-
           wuBrsein  in Verbindung mir Selbsrriiuschung  und einer  iiberrasd11mde  lgnoranz
           i.iber das ratsiichliche wimchaftliche und gesellschaft:liche Pocenrial in den Vereioi-
           gren Sraacen. Diese Geringschiirzìgkeic gegeniiber Amerika fioder man auch bei ci-
           nem  Manne wie  Walther Rathenau,  Chef der miichrigen A.E.G.  und im  Ersren
          WeltkriegLeirer der Kriegsrohscoffabteilung, der 1912 vedichdich schrieb, die Ame-
           rikaner seien fiir i.hn "der Feind, der kleine Morder in der Wiege", aber der Haupt·
           gegner der welcpolirischen  und wirtschafdichen  Ambitionen  Deucschlands (BI.
              Weno er damic auch zu verscehen gab, daB er das amerikanische Wirt.schafts-
           porencial ni.chr gecing einschiirzce un d wenn dementspcechend auch die Kai.serliche
           Regieru.ng in den erscen Jahren cles  Ersren Weltkrieges versuchte, die U.S.A. aus
           dem Kriege gegen Deurscbland herauszuhalcen  und moglicherweise fiir  die deur-
           sche Sache zu. gewinnen, so war sie  dennoch uogescbickr genug. in Verkennung
           der engeo Bande zwischen Amerikanern und Bricen und der gesellschaftlicheo Si-
           ruation der deucschbiircigen Amerikaoer io den U .S.A. eine plumpe anri-brirische
           und pro-deursche Propaganda zu encfalren u.nd zu versuchen, d.ie Deucschamerika-
           ner vom Rese der Amerikaner gecrennt anz.usprechen und gegeo amerikanische ln-
           teressen fìir di e deursche Sache eiozunehmen, ja sie umer Anleirung des Hauprmanns
           von Papen, der dote Militiiranaché war, ftir Sabocage-Ak.re u.nd Spionage zu gewin-
           nen,  so  parrioriscb  solche  Akrionen  damals  auch  gewesen  se in  mogen <9>.  Das
           Di.immsre war das sogeoannre Zimmerrnann-Telegramm imjanuar 1917, micdem
           die Mcxikaner zum Angriff auf die U .S.A. veranlaBt werden sollren. Sei n Bekannc-
           werden bewickte -  wie schon die Sabotage-Akre un d die di e Sricnmung der Ame-
           rikaner verkennende  Propaganda -  das genaue Gegenceil,  niimlich  eine  Welle
           ami-deurscher, auch von der uberlegeoen bririschen psychologischenKrieg:fiilirung.
           gesteuerrer Ressentimeocs in Amerika, d.ie auch der Ptiisidenr W.ilson nichc iiber-
           gehen koonre. Dies alles geschah crocz der \Varnungen des kaisedich-deurschen Bot-
           schafters  in  Washingron,  Graf  Bernswrff,  der  eine  bessere  Kennrnis  des
           amerikanischen  VoJkes  und Kriegspocencials  besaB  und  insbesondere  von  einem
           uneingeschdinkren U-.Boot-Krieg, der sich gegen amerikanische Handelsschiffe rich-
           cen  wiirde,  abriet !lOl.
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