Page 354 - 1992 - XVIII Congresso Internazionale di Storia Militare
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stiirzc wurde. Auch der Reichskanzler GuJHercling gab sich hinsichtlich der deur·
scheo und gegnerischen Win:schafcskraft sehr oprimiscisch. Deutschlands Feinde
konnten so schoell oichr auf amerikanische Hilfe zahlen. schrieb er noch Anfang
Juni 1918. Der Vizekauler Friedrich von Payer zeigre klar e.ine realiscischere Eìn-
srellung zur deucschen Wìnschaft, bagareUisierre aber noch am l2. Seprember 1918
die amerikanische Hilfe uod erkliìn:e offendich, Deurschland werde es finanzìell,
wìrrschaftlich und polirisch liinger aushahen als sei ne Feinde. Dìe meisteo Scaarsse·
kretiire. preuCSischen Minister und honeren Beamren schwankten zwischen deudichen
llinweisen auf den Ernst der wircschafdìche:n Siruarion und beronrem Zweckopri-
mismus und folgren darnir der amdicheo Polirik der &honfirberei. So bekriiftigre
der Staacssekredir des Reichsmarineamres von Capelle wiederholr die Wirksamkeir
der U-Boore und bagarellisiene den Umfang der amerikanischen Hilfsleisrungen
fiir die Emenre Dem gegegeniiber erkJiirre der Sraacssekretiir cles AuBeren, von Hincze,
aro 14. Augusr 1918, die AUiienen wiirdeo mie ihren unerschopflicben Reserven
an Menschen und Rohsroffen die verbi.indere.o Zenaalmiichre mù der Zeir zerschmet-
rern. Obersdeutnant Nicolai. der Leirer des Nadttichrendienstes bei der O HL, be-
hauprete d;tmals, Deucschland koone immer noch weirer im Kampf aushalren.
Den konservativen Parlamenrariern wurde im Sommer 1918 nur zu eìnem
ge.ringe.o Tcil die ernste Siruacion Deutschlands bewuCSr. Der konservacive Abge-
ordnere Hoesch sah nicht die kriegsencscheidende Bedeurung der amerikanischen
Hilfe, und der Pdisidenr des preufiisdten Herrenbauses, Graf Arnim-Boirzenburg,
sagre aro 12. Juli 1918: "Auch die amerikanische Reserve wird den Krieg nichr
mehr emscheiden. Si e kommr zu spii t". Der dem Zenrrum zugehorende Rcichsrag-
sprasident Fehrenbach verrraure im Juli auf die Zufuhren aus dem Osren und nahm
wie sei ne Parrei i m aUgemeinen, ausgenommen vielleichr der Abgeordnere Erzber-
ger, bis Mirre-Ende Seprember zumeisr elne zuversichcliche Halrung ein, wie auch
die Liberalen. So war Friedrich Naumann als Abgeordnerer der Forrschritdichen
Volksparrei EndeJuni 1918 der "'eisenfesren Ùberzeugung- daB Deutschland nìchr
totzumache.n" sei. Pessimisrisch und wirklichkcirsnaher au8ercen sicb hingegen die
Sozialisten, verbanden aber damir die Forderung nach mehr Sozialismus und, wie
die Milirii.rs, nach ooch mehr organisiercer Sraacswirrscbaft. Die Melduogen i.iber
die Versenkungen amerikanischer Transporcscbiffe beuneilreo sie skeprisch. Auch
die Miinner der Wirrschaft, wie z.B. Walther Rathenau, srufi:en die Wirrschaftspo-
tenriale Amerikas o.nd Deucschlands realiscisch ein und gelangren so zu ungii.nsri-
gen Ptognosen fiir einen deucsch-amerikanischen Waffengang. Aber Rarheoau gl.aubre
lange nichr an einen Krjeg mit den U.S.A.., da er den U.S.-Senar fi.ir fr-iedenswillig
hie.Lr, und wenn er auch seir Kriegsbeginn vor einem amerìkanischeo Kriegseinrritt
warnte, so boffte er doch spiiter, die Zufubren aus Amerika konmen durch den
uoeingeschriinkren U-Boor-Krieg abgeschnirren werden, und rief schLiefllich im Ok-
rober 1918 io dem Glauben, die Deurschen konmen den Krìeg noch "'beliebig !an·
ge'' aushalren, zur "levé en masse" auf, um bessere Waffensrillstaodsbedingungen
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zu erlangen ( 4). So mancher Wirrschaftler oahm a o, die M.irreJ Amer.lkas wi.irde.n

