Page 357 - 1992 - XVIII Congresso Internazionale di Storia Militare
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.flNSCHÀTZUNC DES AMERI.K.AJI:ISCHEN  KRlEG!iPOTE~"TIAl$   323
       eine amerikanische Landung in Europa sei aussichrslos und wiirde zu einem .zwei-
       ren  "Diinkirchen" fi.ihre.n  (so zu  amerikanischen Di.plomaren  im  Mai  1941),  d.ie
       Amerikaner seie.n in der Polirik wie Kinder und in  militii.rischen  Dingen unerfah-
       ren (zu Darlan  im  Mai  194 1).
           Ganz ande.rs uneilren die Betufsdiplomaten der WilllelmsrraBe, womir ich vor
       allem d.ie  Washingconer  Borschafrer Lurher,  Dieckhoff und  den  Ge.schaftsrdiger
       Thomsen mcine.  lm Gegensatz zur deurschen  Presse, die immer bemi.ihr war, ge-
       mm dcn Vorgaben dcs Reichspropagandaminisrers Goebbels ein moglichsr diisre-
       res Bild der U.S.A. zu zeìchnen, sahen sie Amerika i.m  aUgemeinen als cinc groBe
       Wirrschafrsmachr mir sozialem Zusammenhalr un d auBenpoliciscbem Gewichr rrotz
       gelegentlicher  wimchaftlicher  Schwierigkeiren  und sozialer Spannungen., Anrise-
       mirsmus und Arbeirerunruhen.  Dic Diplomaren iibcrschiirzcn auch die Rolle der
       Deurschamerikaner nicht und rieren zur Vorsichr bei der Arbeir der N.S.-Gmppen
       in den U.S.A. Der Vers.uch, di e Deutschamerikaner vom Rest der Amerikaner ab-
       zuspalren und fiir die Sache des Nationalsozialismus zu  gewinnen, d.h. ein Riick-
       gangigmachen des Ve.rschmelzungsprozesses und die Errichrung eines rotaliraren
       Regimes in  Amcrika sci "nichr bloB kind.isch, sondern gefàhrlich" und wiirde hef.
       tigsre Feindschaft he.rvorrufen, al so das GegenceiJ dessen,  was man ansrrebe. Auch
       GeneralkonsuJ Wiede.mann in San Franzisko warnte unrer H.inwcis auf eine .Erk13-
       rung dcs einfluBreichcn Journalisren Karl von Wiegand vor der Enrschlossenhe.ir
       Roosevelcs, mie dern gleichen Fanacismus fiir seine demokrarischen Ziele zu kiimpfen
       11.•ie H i der fì.ir dc n Nationalsozialisrnus. Roosevelr sei Hitlers gcfàhrlichsrer Gegne.r
       und die U.S.A. befanden sich keinesfalls im Schlepprau Englartds und Frankreichs
       -es handeh sich hier um das Jahr  1939 - , sondern rriebe.n diCiie  vor sich  her.
       lsolationismus, so warnre Lurher schon 1937, bedeurc nicht Freundschafr zu  Deutsch·
       land.  l m  Norfull scehc Amerika immer auf Englartds Se ire, worauf auch Thomsen
       spater wiederhoh hinwies, und Sraarssekrétar voo Weizsacker begrii.Bte solche War-
       nungen,  weil sie nicht schaden konnren.  lm Kriege bildcren bis Ende 1941  War·
       nungcn, die U.S.A. rum Kriegseiorrirt zu reizen, den Haupnenor der Diplomaren-
       bedchre aus Washingron <34>.
           Ganz anders bcrichcece der deursche  Miliriir-und Luftarcaché. Generai von
       Boenicher, aus Amerika. ObwohJ scio Haupraufgabengebier das Miliciirische e.in·
       schlieBlich der Riiscung war, machte er in seinen  Berichren immer wieder kuriose
       Ausfliige io die Politik. Zweifellos uncerhielt er gute Beziehungeo zum amedkani-
       schen  Heeresge.neralsrab,  in  dem einige Offiziere mit deurscher Gene.ralsrabsaus·
       bildung Diensc raren. Er cbarakre.risiene de n U.S.-Gcneralsrab als sachlich, niichrern
       und deutschfreundlich und scellte ihm di c aogcblich von Juden und Kriegshetzern
       bestimmre Polirik und die Presse gegeni.iber, wobei er de.n  Einflu.B der MiJiriirs auf
       die Polirik  wcit uberscharzrr.:  und meime,  von  dorr drohe Deurschland  kcine Ge·
       fahr. DaB in der Demokratie die Politikcr u.nd nidn der Gcneralstab die Politik
       bestimmten, erkannce er  offcnbar  nichc.
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