Page 75 - 1992 - XVIII Congresso Internazionale di Storia Militare
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           Mehr odcr weniger unabhiingig vom Sraac, bildece c in (Adels-) Geschlecht ei-
        ne feste Gemeinschaft. Dicse durfte mic  vollem Recht iiber ihre Mirglieder  verfu-
       gen, etwa in wirtschaftlichen Fragen, beispielswcise bei der Vcrmogensverwalrung,
        odcr aus Anlass einer Rekrucierung zu mil.iciirischen Dicnsten. Auch politische Biind-
        nisse wurden aufgrund von verwandtschaftlichen Bezielmngen geschlossen. Mirun-
        cer wahrccn solchc .Biindnissc zwischcn verschiedcnen Adelshausecn sogar drei odcr
        vier Menschenalter lang, beispielsweise der Bund zwischen den  Familien Mendo-·
        za. La Cerda und dem Haus Velasco. Ein .Beweis fùr die Bezichung zwischen politi-
        scher Machc und derart gedmem Familienverband  isr die ki.iniglicbe Verleihung
        dcs Tirels eincs Herzogs von lnfanrado an den Markgrafen von Santillann (A.H .N.,
        Osuna, Lcg.  l !:!72-1 ). Aufgrund diescr Siruacion bildete si eh wahrend d es  15. jahr-
        hundem ein ausserst komplexes Sysccm von policischen und milididschen Verbin-
        dungen heraus, die wiedcrum zu ncuen BundniJ>scn und w  Srreiugkeiten fuhnen,
        die bis zum Jabr  1476 andauern. sollren.  Wenn einer von zwci mioru, die  damals
        cincn ncuen konfòderaciven Bund 'unrerzeichnctcn,  sich cindeurig in  cincm  Vcr·
        haltnjs der  Uncerordnung befand, war so gesehen detUnrecschied zur Ablegung
        eines  tehnscides nur formaler  Narur.
           Um die Wende :r.um  16. Jahrhundcrt wurde nich1  nur die konigliche Machr
        110  sich  versriirkr,  kam es  nicht nur zum  Aufbau  neucr sranclicher lnsriruuoncn.
        Ab  diesem Zeirpunkt isr auch  von  ~:iner sraadichcn  Armee zu sprcchc:n.  Dessen
        ungeachccr behiclren  abcr dic adcligcn miores  ihrc nur ihnt:n  untcrsrcht!ndcn  mi·
        lidirischen Gefolgsmnnncn. Diese spicltcn eine nichr ZII  ubcrschiitzcnde Rollc ein-
        maL bei der Eroberung von Granada, zum zwcircn namcnclich bei der Yerceidigung
        gegen  franzosisGhe  lnvasionscruppen.  Dìc Karholischen Konige konnten in jenen
        Ta.gen zu  keinem  Augcnblick auf solche Hilfe  verzichrcn. Emgcgen der bisherigen
        Mcinung isr davon auswgehen. dass von dieser Seire -  wie in f'rngen der Reichs-
        reg.ierung -  in militiirischen  Belangen die Machr des Adels nichc beschniucn wur-
        de. Vielmehr war man sich allem Anschein nach vollaufbewussr, dass es eher gale,
        die lmeressen von Konigshaus und Adcl aufcina11der abzustimmen, um sich su auch
        der Rcssou rcen  zu versichern,  liber die  nun  einmal der  Ade!  verft.igce.
           Angesichrs der kriegerischen Sdirke des Adels, vermnchre doch insbesondere
        der Hoc ha del dic schwere Rei cerci zu mobilisieren, wurden die Adeligen, gcmessen
        an der Krone, geradezu zu Grossunrcrnehmern, was kriegcrisch ausgecragene Srrei-
        tigkeiccn berriff1:. Eine solchc Fcsrsrcllung isc nichr neu, soweir vom spacen Mitrelal-
        rcr die Rede isr. Wichrig erschcinr es jedoch, die Aufmerksamkcic darnuf w  lenken,
        dass sich selbsr i m  L6. Jahrhunderr insoweir die Vcrhiilrnisse nichr iinderten.  lm-
        mer da nn, wcnn e in franzosischcr Einmarsch zu befUrchren war, wiesen Carlos V.
        und seine Regenren den Ade! an, sei ne schwcre Reirerei in Alarmzu.srand zu verser-
        zen.  Und i m Jahr 1588 befahl Felipe II.  de m Herzog  von  lnfanrado, di e Bevolk.e-
        rung im nordlichen Kantabricn zu bcwaffnen. Ausserdem wurdcn zwischen  1569
        und  1599 in allen Terrirorien dcsselben  Adelshauses  Voksziihlungen abgehalren,
        bei denen es darum ging, jedcn kampffahigen Mann, dessen Alter und seine Waf·
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