Page 77 - 1992 - XVIII Congresso Internazionale di Storia Militare
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MAOIT DES IV\STILISCHEN ADEU                             43

        terrichrec, die vorwiegend an Frankreich angcenzten. Troczdem sci der Schluss gc·
        wagt, dass der Krone -  wahrend die Ttrt·ior in lcalien und Flandecn kiimpfren und
        sich besondere Wachuuppen (GuardiaJ) um die Vencidigung dee Gcenzen miihcen
        -  bei massivcn Angciffen auf die grenznahen Gebicte nichcs anderes iibcigblieb,
        als auf die  Pcivacarmeen  ihcer  Adeligen  zu  rekurrieren.
            Aus aJJ dem folgt bereits, dass die  Katholischen  Konige auf ihren  Hochadel
        unrer keinen Umsciinden ve.rzichcen konnren. Es kommc aber obendrein hinzu, dass
        e.s ihnen wohl scbwerlich gelungen, ja gerade.zu unmoglich gewesen ware, ihren miich·
        tigen un d sto!zen VasaJJen zu befeblen, si eh eioer Kriegsmaschinerie zu entledigen,
        welche diese ii ber mebr als 250 Jahre dazu zu ni.itzen gewussr haccen, auf das poli ci·
        sche Programm der Monarchie Einfluss zu  nehmen. Ganz zu schweigen davo n, dass
        der hohe Ade! selbst wiihrend der Zeiren eines Carlos V. eine nicht unwichcige Rol·
        le  bei der Verteidigung der Grenzen spielre und anliissl.ich der kriegerischen Aus·
        cinanderseaungen mie den Comunidades dem  Konig und Kaiser  miljcarisch  zur
        Hilfe eilte.
            Wenngleich hiermic in ersrer linie die Aufmerksamkeit darauf gelenkr wer·
        den soU, in welchem Grad m.ircelalrerliche, dem l.ehnsdiensc zuzuordnende Elemence
        noch in den Heeren der Renaissance zum Tragen kamen, soli  damir eine gewisse
        Encwickluog nichr verneim  werden. Der Ausbau eioer zenrralisrisch orienderren
        Monarchie war zu  weir  fartgeschrircen,  als dass es  nichr zu  Vedinderungen  harce
        kommen mussen. In  dem Mass, in welchem die Krone fur sich allein in Anspruch
        nahm,  Gewalr auszui.iben,  mussren auch die den Adeligen  unmittelbar  uncersre·
        henden Truppen hiervon berroffen we.rden.  Zu diesem  Zweck sei  nur auf einen
        Berichr des Juciscen  Ba eroso hingewiesen, den dieser  als wngidor der Scade Hira
        verfassre (A.H.H., Osuna. Leg.  1852 -12). AufWunsch der Vasallcn derselben Ge·
        meinde hacre demnach der Herzog von lnfanrado Ende des  15. Jahrhunde.r~. ge-
        nauer ~agt anlasslich der Kampfe um Granada, befohlen, dass seine  Rirter u.nd
        Waffenttager in griin und roe zu kleiden waren, folglich in den Farben sei.nes Hau·
        se.s. Dieselbe Truppe mussce dagegen 1523 roe und gelb rragen, mirhin die Farben
        cles  Hauses Habsburg u.nd Carlos' V., dessen  Banner noch  anfangs cles  17. Jahr·
        hundercs in der Waffensammlung der Herzoge von lnfanrado aufhewahrr wurden.
        Richcig verscaoden deucer ein sokher  Wechsel sowo.hl  auf eine neue Aesthecik des
        K.rieges wie auf einen Mentalicarswandel hin.  Obwohl di e  privaren Verbande des
        Adels auch in der Zukunfr besranden, fiigren sie sich doch von diesem Zeirpunkt
        ab in das konigliche Heer ein. Von nebeneinander forrexistierenden Truppen kann
        keine Rede sei n. So gesehen war da nn a ber der Kampf um Granada der ler.zce mic-
        celalterliche Krieg.  Dass  in  der Folge die schwer geriiscere.n Ritter nichr von  den
        europiiische.n Schlachrfeldern verschwanden, ruc dem  keinen Abbruch.
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