Page 37 - Airpower in 20th Century - Doctrines and Employment
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neutraler luftraum. die entwiCklung und zäsuren der ÖsterreiCHisCHen luftstreitkräfte ...  37


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            vier Hubschraubertypen, die unter dem Begriff „Schmetterlingssammlung“  subsu-
            miert wurden.
               Die eben beschriebenen Entwicklungen hatten nun zur Folge, dass die Luftstreit-
            kräfte sich vor allem in der Frühphase in keinem spezifischen Bereich etablieren
            konnten, sondern stattdessen auf ein äußerst niedriges Niveau beschränkt worden
            waren, dem zusätzlich jede langfristige Planung fehlte. Hier kam außerdem der oft-
            mals angestrengte Begriff des MAP als „Danaer-Geschenk“ zum Tragen, da Öster-
            reich von Anfang an minimale finanzielle Mittel für das Bundesheer im Allgemeinen
            und den Luftraum sowie die Luftstreitkräfte im Besonderen aufwendete. All diese
            Umstände erzeugten jedoch noch eine viel weitreichendere Auswirkung: Der Luft-
            raum blieb nicht nur mangels Mittel, sondern vor allem wegen des Fehlens eines
            umfassenden Verteidigungskonzeptes, in der öffentlichen Wahrnehmung fremdbe-
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            stimmt und integrierte sich nicht in den Neutralitätsraum.  Dieser Umstand zeigte
            sich besonders anhand der Suez-Krise 1956, der Ungarnkrise im selben Jahr und der
            Libanonkrise 1958, als militärische Luftfahrzeuge ungehindert den österreichischen
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            Luftraum verletzen ja sogar passieren konnten.  Dass dies im Lichte der jungen
            Neutralität und der zugespitzten internationalen Spannungen, außenpolitisch nicht
            mit Wohlwollen aufgenommen wurde, versteht sich von selbst. So stand am Ende der
            Aufbauphase die sichtlich stärker werdende politische Einflussnahme, die sich vor
            allem in der Verschiebung der operativen Schwerpunkte bemerkbar machen sollte.


            1.1. Phase 2: Einbettungen und Teilungen (1960-1972)
               Hatte sich in der ersten Phase vor allem die Frage nach dem Aufbau, der Beschaf-
            fung von Ausrüstung und der Ausbildung von Kaderpersonal gestellt, so rückten
            nun die Strukturen und, gemessen an den ersten Einsätzen im Luftraum, konkre-
            te operative Fragestellungen in den Vordergrund. Alle Bereiche der im Entstehen
            begriffenen Luftstreitkräfte, also Flieger, Fliegerabwehr, Fliegerbodendienste und
            Fliegertel (als Keimzelle der späteren Luftraumüberwachung) waren seit den Jahren
            1956 und 1957 dem Kommando Luftstreitkräfte unterstellt und damit zentral organi-
            siert. Dieser Umstand begann sich ab den 1960er Jahren aufgrund sicherheitspoliti-
            scher Diskussionen langsam zu wandeln und entwickelte sich für die Luftstreitkräfte
            letztlich zu einer Zerreißprobe. Die Ursachen hierfür waren mannigfaltig und lagen
            zum einen in der gestiegenen nationalen sicherheitspolitischen Bedeutung des Luft-
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            raumes, wie etwa die Libanon-Krise 1958 gezeigt hatte,  der, international gesehen,
            starken Abstützung der Kriegsführung auf die Luftstreitkräfte und nicht zuletzt auch



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               Wolfgang Hainzl, Die Luftstreitkräfte Österreichs 1955 bis heute, Linz 1999, S. 128ff.
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                 Vgl. Die Presse vom 20.07.1958.
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                Vgl. Friedrich W. Korkisch, Die Luftstreitkräfte der Republik Österreich bis 1978, in: Rauchen-
               steiner/Etschmann/Rausch (Hrsg.), Tausend Nadelstiche, S. 226.
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                 Vgl. Hainzl, Die Luftstreitkräfte Österreichs 1955 bis heute, S. 38ff.
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