Page 41 - Airpower in 20th Century - Doctrines and Employment
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neutraler luftraum. die entwiCklung und zäsuren der ÖsterreiCHisCHen luftstreitkräfte ...  41


            te zu diametralen Entwicklungen in der luftspezifischen Struktur. Zum einen wurde
            die passive Luftraumüberwachungskomponente, die vor allem im Neutralitätsfall
            zum Zuge kommen sollte, weiter gestärkt, jedoch die Interzeptordiskussion als zu-
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            gehörige aktive Komponente schlagartig beendet.  Österreich hatte bereits vor der
            ČSSR-Krise als Nachfolger der J-29F keinen klassischen Abfangjäger, wie es lange
            Zeit gefordert war, angekauft, sondern hatte sich mit der Saab 105 XT (österreichi-
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            sche Bezeichnung: Saab 105 OE) für einen Unterschall-Düsentrainer entschieden,
            der nun sowohl mit der Abfangjäger- als auch mit der Jagdbomberrolle völlig über-
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            fordert war.  Die Rolle der Luftstreitkräfte und damit des Luftraumes war damit
            weiter im Abstieg begriffen, was sich hinsichtlich der Aufgaben in einem Planungs-
            dokument der „Gesamtraumverteidigung“ im Jahr 1971 manifestierte, in welchem
            die Luftraumverteidigung keine Kategorie mehr zu sein schien:

               Im Rahmen der Gesamtraumverteidigung kommt auch den LStrKr [Anm.: Luftstreitkräf-
               te] eine entsprechende Rolle zu. Der Einsatz der LStrKr wird in mancher Hinsicht von
               den bisherigen Planvorstellungen abweichen und daher zu überdenken sein. Grundlagen
               dafür wären in einem neuen Lufteinsatzkonzept festzuhalten, das vor allem die Unterstüt-
               zung der Erdstreit- und Kleinkriegskräfte in den Mittelpunkt zu stellen haben wird.
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               Mit der nächsten Heeresgliederung im Jahr 1972 wurde das Ende dann endgül-
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            tig besiegelt.  Das Kommando Luftstreitkräfte wurde aufgelöst, ein Großteil des
            Kaders übersiedelte in das Armeekommando, nur ein kleiner Teil verblieb in der
            übriggebliebenen  Fliegerbrigade.  Sämtliche  Führungs-  und  Kompetenzaufgaben
            hinsichtlich des Luftraumes wurden nun vom Armeekommando übernommen, die
            restlichen Teile der Flieger wurden ab diesem Zeitpunkt als „Heeresfliegerkräfte“
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            bezeichnet.  Mit  der  gleichzeitigen Auflösung  der  Luftabwehrbrigade  wurden  die
            Komponenten der passiven Luftraumüberwachung und der Luftabwehr in die Flie-
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            gerbrigade übernommen, die 1975 zur Fliegerdivision aufgewertet wurde.  Diese
            Änderung konnte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Luftraum in den
            militärischen Planungen bis zum Ende der 1980er Jahre keine Rolle mehr spiel-
            te und allenfalls aufgrund der eklatanten Schwäche in die Planungen einbezogen

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                Vgl. Hainzl, Die Luftstreitkräfte Österreichs 1955 bis heute, S. 62ff.
            35   Vgl. Archiv der Republik (AdR)/Österreichisches Staatsarchiv (ÖStA), Information an den Herrn
               Bundesminister, 19.03.1969, o. Zl., BMfLV, Grp Org.
            36   Vor allem der Ankauf einer weiteren Tranche von Saab 105 XT als provisorischer Ersatz für die
               Interzeptionsspitze hatte weitreichende Folgen für die Luftstreitkräfte, weil so die finanziellen Mit-
               tel für den Ankauf möglicher Abfangjäger gebunden blieben. Vgl. Korkisch, Die Luftstreitkräfte der
               Republik Österreich bis 1978, S. 249ff.
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                 Hainzl, Die Luftstreitkräfte Österreichs 1955 bis heute, S. 76.
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               Vgl.  Franz  Sailler,  Die  Bundesheerreformkommission,  in:  Rauchensteiner/Etschmann/Rausch
               (Hrsg.), Tausend Nadelstiche, S. 73ff.
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               Hainzl, Die Luftstreitkräfte Österreichs 1955 bis heute, S. 78.
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               Vgl. Ebenda, S. 77ff.
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