Page 44 - Airpower in 20th Century - Doctrines and Employment
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            Österreich sehr früh und damit gleichzeitig ein Bundesheer, das sich noch im Auf-
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            bau befand und eigentlich noch über keine Einsatzkapazitäten verfügte.  Dennoch
            galt es zumindest pro forma den militärischen Schutz der staatlichen Souveränität
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            zu demonstrieren, auch wenn dieser nur provisorischer Natur sein konnte.  Dieser
            Umstand traf jedoch nicht auf den Luftraum zu, da die Luftstreitkräfte zu diesem
            Zeitpunkt über keine adäquate Ausrüstung und lediglich über ein Ausbildungskader
            verfügten, dass allenfalls infanteristisch eingesetzt werden konnte. Der Luftraum
            etablierte sich so in der Wahrnehmung von Anfang an nicht als Bedrohungsraum und
            integrierte sich daher nicht in das Neutralitätsverständnis. Gerade die USA, die im
            Jahr 1956 aufgrund der Tatsache, dass „[…] der [österreichische] Luftraum laufend
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            von Flugzeugen unbekannter Nationalität überflogen […]“  wurde, besorgt reagier-
            ten, zeigten wie wichtig letzteres gerade im Luftraum in geopolitischer Hinsicht war.
            Die Politik lehnte jedoch alle Versuche, der eigenen Überwachung des Luftraumes
            Impulse zu geben, rigoros ab. 51
               Dieser  Faktor  änderte  sich  bemerkenswerterweise  nicht  durch  die  Erkenntnis
            eines Mangels, sondern durch eine von außen erzeugte Drucksituation: Zwischen
            16.  und  17. August  1958  überflogen  mehrere  amerikanische Transportmaschinen
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            während der Libanonkrise, den österreichischen Luftraum.  Nach den sofortigen
            Reaktionen der UdSSR auf diese amerikanischen Verletzungen des österreichischen
            Luftraums, entschloss sich die Politik, den ersten Einsatz im Luftraum einzuleiten,
            der dann freilich mit der Verlegung von fünf Schulmaschinen nach Innsbruck und
            der Aufstellung  eines  Beobachtertrupps,  der  unter  dem  Kommando  eines  Fähn-
                                                                          53
            richs den Luftraum optisch absuchte, nicht besonders effizient ausfiel.  Wesentlich

            48   Zum Aufbau  und  Einsatz  des  Bundesheeres  siehe:  Manfried  Rauchensteiner,  Die  Performance
               war perfekt, in: Erwin A. Schmidl (Hrsg.), Die Ungarnkrise 1956 und Österreich, Wien u.a. 2003,
               S. 235-253; ders. Spätherbst 1956: Die Neutralität auf dem Prüfstand, Wien 1981; Reiner Eger,
               Krisen an Österreichs Grenzen. Das Verhalten Österreichs während des Ungarnaufstandes 1956
               und der tschechoslowakischen Krise 1968, Wien u.a. 1981; Norbert Sinn, Schutz der Grenzen. Der
               Sicherungseinsatz des Österreichischen Bundesheeres an der Staatsgrenze zu Ungarn im Oktober
               und November 1956, Graz 1996 sowie Erwin A. Schmidl, Erste Bewährung: Das Österreichische
               Bundesheer im Einsatz an der ungarischen Grenze 1956, in: ders. (Hrsg.), Die Ungarnkrise 1956
               und Österreich, Wien u.a. 2003, S. 253-275.
            49   Vgl.  Siegbert  Kreuter,  Die  Sicherungseinsätze  des  Bundesheeres  der  Zweiten  Republik  –
               1956/1968/1991,  in:  Etschmann/Speckner  (Hrsg.),  Zum  Schutz  der  Republik  Österreich…,  S.
               651ff.
            50
                 Hainzl, Die Luftstreitkräfte Österreichs 1955 bis heute, S. 30.
            51
                Vgl. Ebenda, S. 30f.
            52
               Vgl. Korkisch, Die Luftstreitkräfte der Republik Österreich 1955 bis 2005, S. 308 bzw. Walter Blasi,
               Die Libanonkrise 1958 und die US-Überflüge, in: Erwin A. Schmidl (Hrsg.), Österreich im frühen
               Kalten Krieg 1945–1958, Wien u.a. 2000, S. 239-261.
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                Zu diesem Zeitpunkt verfügten die Österreichischen Luftstreitkräfte nur über zweisitzige Düsen-
               trainer DE Havilland D.H. 115 Mk 55 „Vampire“ sowie Yak-11 und Yak-18 Propellermaschinen.
               Vgl. Blasi, Die Libanonkrise, S. 258 sowie Hainzl, Die Luftstreitkräfte Österreichs 1955 bis heute,
               S. 39.
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